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Inseln der Stille

Jayama - Samstag, November 5, 2011

     
   
     

Hast du auch schon mal eine Liste geschrieben mit all den Dingen, die du an diesem Tag erledigen möchtest, bevor du am Abend auf's Sofa sinkst, um deinen wohlverdienten "Feierabend" zu genießen?

Und hast du auch schon erlebt, wie im Laufe des Tages immer mehr dazu kommt und anstatt Punkte auf der Liste abzuhaken neue dazugekritzelt werdenSie scheint endlos zu sein, diese Aufgabe, alles zu erledigen, bevor man dann endlich ausruhen "darf".

Manchmal schreibt man sich diese Liste auch nur im Geiste. Das sind die ganz trickreichen, denn der Verstand schafft es, diese Liste ins Unendliche auszudehnen. Eine Art Sisyphusliste.

Viele Menschen leben so ihr ganzes Leben. Sie erschaffen sich einfach keine Ruhepausen zwischendurch, sondern machen immer weiter und weiter und weiter. Denn sie haben sich das Ziel gesetzt, erst zu ruhen, wenn sie fertig sind. Aber damit machen sie sich selbst etwas vor.

Ich habe einen kleinen Sohn und viele Mütter oder Väter kennen bestimmt dieses niemals endende Projekt, die Wohnung aufzuräumen. Wenn man in einem Zimmer alle Spielsachen verräumt hat, hört man es plötzlich in der Küche klirren und der kleine Mann hat eine ganze Schublade leergeräumt und auf dem Boden verteilt.

Wenn man andauernden inneren Frieden erleben und in seiner Kraft bleiben will, muss man lernen, nicht nur das 'Tun', sondern auch das 'Ruhen' zu einer Priorität zu machen. Denn sonst geht es einem so, wie vielen, die das ganze Jahr über so hart arbeiten, dass sie dann, wenn der langersehnte Urlaub endlich kommt, erst einmal zwei Wochen krank im Bett liegen, weil der Körper so überlastet ist.

 

Oder Rentner, für die Ruhe und Entspannung wie ein Schock ist und die kurz nach der Pensionierung einen Schlaganfall erleiden. Das ist so, weil man die Ruhe und den Frieden nicht gewohnt war, weil man sein Leben lang nie zwischendurch innegehalten hat, um im Ozean der Geschäftigkeit, kleine Inseln der Erholung anzusteuern.

Ich lasse zwischendurch immer wieder mal alles stehen und liegen, z.B. wärend dem Mittagsschlaf von meinem Sohn und anstatt die Zeit zu "nutzen", setze ich mich lieber aufs Sofa und meditiere für 20 Minuten und trinke dann noch gemütlich einen Kaffee. Denn dann kann sich die Batterie zwischendurch immer wieder aufladen.

Nur anzuhalten fällt vielen gar nicht so leicht. Es ist viel leichter (und gewohnter) immer weiter und weiter zu machen, bis das Ganze in Burn-Out oder einer Krankheit endet.

Fange JETZT an, Inseln des Friedens und der Stille zu kreieren. Egal, wie viel zu tun ist.

Der Dalai Lama wurde einmal gefragt, wie er an sehr geschäftigen Tagen schafft, noch Zeit zum meditieren zu finden. Er antwortete:"An solchen Tagen stelle ich sicher, doppelt so viel zu meditieren, wie sonst."

Wenn wir immer wieder anhalten, ausruhen und nach innen gehen, gewährleisten wir, dass unsere Batterie nie leer wird. Dass unser Lichtlein im Herzen nicht erlischt.

Wenn wir immer wieder anhalten, um unsere Aufmerksamkeit auf diesen stillen Ort im Inneren zu lenken, dann dehnt sich diese Stille immer mehr aus.

Das ist ein universelles Gesetz: worauf Du deine Aufmerksamkeit lenkst, das wächst. Der Frieden dehnt sich aus, wenn wir ihm Raum geben.

Fange JETZT damit an, Raum für Entspannung und Stille zu schaffen. Atme fünfmal tief durch oder wende die Meditationstechnik an, die für dich funktioniert.

Und schreibe ganz oben auf deine Erledigungs-Liste:
1. Inseln der Stille kreieren

 
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